Stoff der Wonne

Im Menschsein ist die Sexualität als Kraft angelegt, die sich gemäß unserer psychischen und geistigen Fähigkeiten, dem sozialen Umfeld und unserer biologischen Anlagen entfaltet. Erschütterungen und traumatische Erlebnisse die uns von Anfang an begleiten, soziale Deformationen, die durch Kriege, religiöse Einflüsse und andere gesellschaftliche Zwänge mehr-generativ einwirken, prägen oder unterdrücken diese Kraft. Emotionale Blockierungen und biografische Belastungen spalten unsere sexuelle Energie von unserem geistigen Potential ab und wir erleben uns unseren Trieben alternativlos ausgeliefert. Unsere psychische Resilienz, die sich schon ab dem zartesten Babyalter entwickelt, vergewohnheitet maladaptive sexuelle Verhaltens- und Kommunikationsmuster, die uns immer weiter von einer ganzheitlichen, menschenwürdigen und lustvollen Sexualität entfernen.

In unserer Kultur kann es leicht passieren, dass der ganze Mann ein Leben lang seinem in die Irre führenden Schwanz hinterher rennt. Häufig sucht die Frau ihre Befriedigung in einer fremdbestimmten sexuellen Identität, die weder ihre Bedürfnisse nach geliebt und gesehen werden, noch ihre Lust erfüllen kann. Männer und Frauen fühlen sich in diesem Spiel getrieben und bleiben leer. In der Folge fühlen sie sich von ihrer sexuellen Energie wie abgeschnitten.

Zum Zeitpunkt einer gewissen menschlichen Reife erkennen wir unsere früh-eingeübten, psychischen Konzepte als einen Strom, den wir mit unserem Bewusstsein lenken und gestalten.

Nach und Nach verstehen wir, dass Gier, Geilheit und Sehn-‘Sucht‘ Fäden sind, die wir in den Stoff der Wonne wandeln können.

Nach und Nach erkennen wir, dass nur wir selbst diese Transformation einleiten und niemand anderer für diesen Vorgang verantwortlich sein kann.

Nach und Nach erfahren Glück darin, unsere fehlgeleiteten und unterdrückten Energien in befreiende Wonne zu transformieren.

Nach und Nach wird eben diese Wonne zur Ursache für ein erfülltes Menschsein.

Oswin Soritz & Susanne Dicken

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