Brief an die Frauen aus der letzten Frauen-Jahresgruppe

Ihr Lieben,

nach einem fast surreal schönen Ostern bin ich wieder ganz auf der Höhe und möcht Euch antworten…

Also, ich finde D. hat ziemlich genial die wichtigsten Kernpunkte meiner Aussagen zusammengefasst. Mich freut natürlich vor allem die Einprägekraft meines rosa-Sauce-Bildes… (Keine rosa Sauce über Scheiße gießen.)

Das ist eine wichtige Grundregel für uns Frauen, sicher auch für viele Männer..

Es geht ganz viel darum, ins Vertrauen zu finden, und als aller Erstes ins Vertrauen zu uns selbst. Schluss mit Selbsttäuschung und Selbstverblendung, Selbstverrat.

Ich merk, ich hab große Schwierigkeiten das alles in Worte zu fassen, weil es mir dann immer alles so platt vorkommt. Ich spür zu Euch hin, spür Euer Erblühen in der Zeit, Euren Mut weich und langsam zu werden, Euren Mut Ängste anzuschauen, Trauer und Ohnmacht zuzulassen, nicht mehr zu Kämpfen dagegen. Eure eigene Zeugin zu werden, in der liebeollen Gegenwart Eurer jeweiligen Partnerin. Im zarten Erblühen Eures echten Hinspürens. In dem Maße, wie das gelingt, diesen Schatten in uns selbst und dann daraus dem Licht zu begegnen, Schatten, die durch all die Irrheit, all das überwältigend Schmerzhafte unserer Vergangenheit entstanden sind, wie eine Mauer zwischen uns und dem Licht, in dem Maße gelingt unsere Befreiung ins Licht, in die Liebe.

Dazu braucht es eine tiefes Herz, Flexibilität und Stabilität in unserem Sein, genauso wie Konstanz. Es braucht eine klare Ausrichtung, eine Beharrlichkeit dran zu bleiben, auch wenn’s weh tut. Es ist gut, wenn wir uns darin üben maßvoll und besonnen zu reagieren. Immer wieder durchtzuatmen und Ruhe zu bewahren. Ein: ich steh immer wieder auf, wenns mich wieder in die Knie zwingt, wenn ich wieder kapitulier und wegschau. Ein: ich verzeih mir das Wegschauen und ich schau wieder hin. Solange bis sich alles im Licht meiner Bewußtheit in Liebe auflösen kann. Ich bleib standhaft gegen die Versuchung, der vorzeitigen Beschönigung, des: Ach, ich bin doch schon viel weiter… Gegen meine narzistischen Züge, die die Schatten einfach weglügen wollen.

Nein, ich schau hin, spür meine Verletzlichkeit, meinen Schmerz, aber auch meinen Mut und meine Liebe, meine ganze natürliche, zeitlose, unverletzte Schönheit…

Wichtig darin ist mir als Frau auch, die tiefe Sehnsucht aus diesem Konkurrenzfilm heraus zu finden, der uns Frauen, sicher über Jahrhunderte, eingehämmert wurde. Ich wünsch mir ein Miteinander, nicht ein: ich muss besser sein, ich muss schöner sein, ich muss schneller, weiser, was auch immer sein.. Ich hab die Schnauze so gestrichen voll davon. Ich will ich sein und ich will dass Du du bist und wir uns gegenseitig daran erfreuen und unterstützen.

Ich hab Euch lieb und trag Euch in meinem Herzen und jeder kleine, wahrhaftige Schritt von der Einen von uns hilft der Anderen.

Susanne

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