Kreativer Sex

Unser wirkliches Selbst ist nicht von Anderen geschaffen, noch aus Sich heraus geboren, doch sind wir unmittelbar mit der Befruchtung als Menschen vollständig angelegt.

In der achten Lebenswoche zeigt sich schon die Empfindsamkeit des Embryo. Er reagiert auf Berührungen seiner Lippen. Er kann riechen und das Fruchtwasser schmecken. Die Ernährungsgewohnheiten der Mutter, beeinflussen das Geschmacks- und Geruchsempfinden des Kindes, ihre psychische Verfassung sein Wohlbefinden.

Entsprechend der erlebten Dramatik während Schwangerschaft, Geburt und Kindheit entfernen physische und psychische Erschütterungen unser Bewusstsein von der eigentlichen Natur des Seins und wir fragmentierten unser Ganzsein in Anteile bewusster und unbewusster Bereiche, die wir als unser Ich interpretieren.

Der biologischen Historie entsprechend, entwickeln wir uns in ständiger Resonanz mit unserer Umwelt. Wir begreifen uns über die Sinne als Mensch und lernen, mit den Fähigkeiten der Kognition unser Sein in dyadischen Beziehungen als Ich zu verstehen. Dieses Ich orientiert sich fast ausschließlich am Außen und bestätigt seine Existenz in der Funktion beziehungsweise der Dysfunktion induzierter Wertvorstellungen.

 

Das Bedürfnis Sich im Geben und Nehmen im unendlichen Organismus zu verstoffwechseln gipfelt in unserer sexuellen Kraft, die sich durch innere und äußere Blockierungen und hieraus resultierendem Fehlverhalten selbstzerstörerisch oder zerstörerisch anderen gegenüber ausdrücken kann.

 

Durch Anvertrauen und Hingabe im Liebesspiel, können in uns verdrängte Bereiche ins  Gewahrsein gelangen. Mit den einhergehenden Empfindungen können wir unser triebhaftes und konstruiertes Begehren erkennen und die Wonne in unseres eigentliches Selbst transzendieren. In einer liebevoll gepflegten Beziehung können wir uns wie wir sind Lieben lassen, eine von Egozentrik befreite           Selbstliebe kultivieren und im eigentlichen Sinn zu Liebenden werden. In der Wonne eines von Kognitionen befreiten Selbst erleben wir Glück.

Es lohnt sich hierüber zu reflektieren, wenn wir ein bewusstes und kreatives Leben leben wollen. Gegenwärtig sind wir ein sich ständig verändernder Teil in einem sich ständig verändernden größeren Ganzen, dessen Zukunft wir mit unserem Denken und Handeln und mit unserer Sexualität mitgestalten.

Weg der Wonne, Oswin Soritz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.