Sex – Nackt sein

Therapeutisch geleitete Nachsorgegruppe - Susanne Dicken

Liebe Menschen,

ein Zitat das mich berührt:

“ Es ist einfach sich auszuziehen und Sex zu haben. Menschen machen dies ständig.

Aber Deine Seele gegenüber jemandem zu öffnen, sie in deinen Geist, deine Gedanken, Deine Ängste, Deine Zukunft, deine Hoffnungen, Deine Träume zu lassen… das ist nackt sein.“ R. Bell

 

In diesem nackt sein, so empfinde ich es, mache ich mich sehr berührbar, sehr verletzlich, öffne Herz, Geist und Seele zusätzlich zu meinem Körper. Es öffnen sich Türen und Tore für Heilung, Erfüllung, nach Hause kommen. Ich bin ergriffen, will meinen Geliebten ganz, mit Haut und Haaren, aber eben auch mit allen Ebenen seines ganzen Seins. Ich will ihn fühlen, riechen, schmecken, auf allen Ebenen in mich aufnehmen. Nicht nur so ein bißchen, nicht nur halbherzig, nicht nur zum reinen Triebabbau.

Das macht für mich einen großen Unterschied in der Qualität. Ist für mich ganz persönlich die Einzige Form von Sex, die ich haben möchte. Ich weiß, dass es viele Varianten und Formen von Lebensentscheidungen auch im Bezug auf Sex gibt und ich respektiere das. Nur für mich, gibt es keine Alternative, als die hier beschriebene Weise.

Yoni und Lingam sind zwei Pole, die eine wundervoll heilsame, ekstatische Kraft haben können, wenn Sie in diesem Kreislauf von Herz-Yoni-Lingam-Herz miteinander verbunden und eingebettet sind. Dann können sie sich anbinden an etwas Größeres. Können im Feinen, Lauschenden und von dort aus in allen Formen, Rythmen, Flüssen, Dimensionen, ganz wach und achtsam spüren, was im Miteinander ist und sein will. Und was da sein kann, ist wirklich erfüllend, zart genauso wie gewaltig. Ich habe das große Glück, dass ich das immer wieder erfahren durfte und es ist unfassbar schön. Für mich persönlich mit das Schönste, was es zu erleben gibt als Mensch.

Wenn diese Art von Sexualität gerade in meinem Leben nicht möglich ist, warte ich auf den Augenblick, in dem ich spüre, dass es mit diesem Menschen im Jetzt möglich wird. In dieser Zeit sammle ich mich in mir. Ich bin bereit meinen Mangel, meinen Schmerz, meine Sehnsucht anzunehmen. Sicher verzage ich manchmal und doch sollte ich mir nicht erlauben in Kategorien, wie: für mich doch nicht, nie mehr, warum bin ich allein?, ich bin nicht schön, schlank, jung, attraktiv, gesund, versiert, erfolgreich genug – zu ertrinken.

Lieber pflege ich meine liebevolle Verbindung zu mir selbst, tue Dinge, die mich erfreuen, die mir gut tun, so viel das geht. Halte in mir ganz bewusst die Verbindung Genital-Herz wach, auf die Weise in der es mir leicht fällt und die für mich Freude bereitet. Suche  vielleicht ehrliche Räume für mich, in denen es absichtslose, liebevolle, wertschätzende Herz zu Herz, Haut zu Haut Begegnungsräume mit anderen Menschen gibt, die mich behutsam auf eine Reise in mein eigenes Inneres begleiten.  Ich stelle mich meinen eigenen Themen und Tiefen. Ich gehe in die Natur, ich pflege meinen Körper, ich tanze, ich male, schreibe, tue Dinge, die mich erfüllen. Tausche mich mit gleichgesinnten Menschen aus, nähre Körper, Geist und Seele, so gut mir das gelingt.

Solche Räume möchten wir in unseren sinnlichen Begegnungsabenden für Menschen eröffnen, auch in allen unseren anderen Gruppen und Formen der Arbeit. Wenn Du gerade keinen Partner hast, ist unsere Intention in unseren Kreisen immer, Dich auf eine absichtslose Art zu Dir selbst nach innen zu begleiten. Es geht um nichts mehr als Dich zu unterstützen Dein Spürbewusstsein zu erhöhen, Dich auf allen Ebenen tiefer mit Dir selbst zu verbinden. Deine Selbstliebe, Deine Selbstannahme, Dein Selbst-Bewusstsein zu stärken, auf allen Ebenen. Wenn Du einen Partner hast, geht es darum, den Kontakt zu Dir selbst zu stärken, damit Du viel feiner, viel achtsamer, viel tiefer mit Deinem Partner in die oben beschriebene Verbindung treten kannst.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen von Herzen wache, achtsame und liebevolle Zeiten

Susanne

 

2 Kommentare

  1. Annette Kling-Rauer sagt:

    Sehr, sehr schöner Artikel!!!!

  2. Jörg sagt:

    Sehr schön geschrieben. Da sind viele Denkanstöße, denen ich gern nachgehen werde.

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